Fake News: erkennen und richtig reagieren – Abend der CDU/Ufa-Ulm- und CSU-Neu-Ulm-Fraktionen mit Exzellenz-Professor kurz vor der Wahl
7. März 2026Wie wehrhaft ist unsere Demokratie? – eine spannende Info-Veranstaltung zu Fake News und Künstlicher Intelligenz gab es gestern im Orange Campus Neu-Ulm. Referent Prof. Dr. Marten Risius von der Hochschule Neu-Ulm, mit seinem Team im Bayerischen Exzellenz-Förderprogramm und mitangesehenster Professor auf diesem Gebiet, legte offen: Desinformationen bedrohen die öffentliche Meinung wie jeden Einzelnen – was tun dagegen?
In der Begrüßung äußersten sich die Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und CDU-Landtagskandidat Mario Schneider zur Tragweite des Themas. Die Jugend gelte es zu schützen, die Möglichkeiten der KI müssten transparent gemacht werden.
Desinformation als Stresstest für den gesellschaftlichen Zusammenhalt
Prof. Marten Risius skizzierte, wie gezielt verbreitete Fake News das Vertrauen in Medien, staatliche Institutionen und demokratische Verfahren untergraben können. Anhand aktueller Beispiele aus Wahlkämpfen, internationalen Krisen und der Corona‑Pandemie wurde deutlich, dass Falschinformationen längst zum festen Instrumentarium autoritärer Staaten, extremistischer Gruppen und wirtschaftlicher Akteure gehören. Die zentrale Botschaft: Wer die öffentliche Debatte manipuliert, greift das Fundament der Demokratie an – informierte und selbstbestimmte Bürgerinnen und Bürger.
Der promovierte Wirtschafts-Informatiker, nun seit eineinhalb Jahren an der Hochschule Neu-Ulm, machte deutlich, dass Desinformation selten plump daherkommt, sondern oft geschickt Emotionen bedient, Vorurteile verstärkt und sich an bestehende Unsicherheiten andockt. Verschwörungserzählungen, Halbwahrheiten und irreführende Bilder in sozialen Netzwerken wirken dabei wie ein Brandbeschleuniger, weil sie sich rasend schnell verbreiten und schwer wieder einzufangen sind. Gerade auch Kommunen wie Ulm und Neu-Ulm stünden vor der Herausforderung, mit begrenzten Ressourcen Aufklärung zu leisten und gleichzeitig das Vertrauen in lokale Institutionen zu stärken.
Medienkompetenz als Schlüssel – von der Schule bis ins Seniorenalter
Breiten Raum nahm die Frage ein, wie Menschen befähigt werden können, Fake News zu erkennen und einzuordnen. Im Mittelpunkt stand die Forderung nach systematischer Medienbildung – beginnend in der Grundschule, aber ausdrücklich nicht endend beim Schulabschluss.
Der Referent warb dafür, Medienkompetenz nicht nur als Technikfrage zu verstehen, sondern als demokratische Kulturtechnik: Quellen prüfen, Bilder hinterfragen, Motive erkennen und sich eigene Urteile auf Basis verlässlicher Informationen bilden. Und er warb dafür, News selber zu gestalten – aktiv zu werden. „Dann sind Fake News dazu viel leichter zu erkennen.“
In der anschließenden Diskussionsrunde konnten Johannes Stingl, CSU-Fraktionsvorsitzender im Neu-Ulmer Stadtrat und Dr. Thomas Kienle, Fraktionsvorsitzender der CDU-/Ufa in Ulm die Besucherfragen zum Thema gekonnt mit einbinden. Fazit: Fake News gehen uns alle an – erkennen und etwas dagegen machen ist nötig.
Am Sonntag: 8. März 2026 sind Wahlen: in Bayern Kommunalwahlen für die Posten der Oberbürgermeister, für die Stadtratsgremien und für die Kreistage.
Text/Fotos: Thomas Kießling



