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Markus Söder bringt viel Rückenwind für Katrin Albsteiger und die Neu-Ulmer KandidatenInnen für Stadtrat und Kreistag

24. Februar 2026

Es sind die entscheidenden zwei Wochen vor dem Kommunalwahlgang am 8. März 2026, und da gibt es viel Rückenwind von den CSU-Vorderen für die Region. Letzten Freitag war Bayerns Innenminister Joachim Hermann in Nersingen, heute kommt  Wissenschaftsminister Markus Blume in den Landkreis Neu-Ulm (24. Feb. 2026 nach Oberelchingen, 18.00 Uhr) und nun war Ministerpräsident Markus Söder höchstselbst in the house. 500 Besucher füllten den Orange Campus in Neu-Ulm.

Wo sonst der amtierende Deutsche Basketball-Vizemeister harte Trainingsstunden absolviert, kam Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder zum lockeren Talk mit der amtierenden Neu-Ulmer Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, die ihr Amt gerne noch weitere sechs Jahre bekleiden würde, und dem Landtagsabgeordneter Thorsten Freudenberger, der gerne auch in den Neu-Ulmer Stadtrat und als Ex-Landrat auch in den Kreisrat des Kreises Neu-Ulm kommen möchte – und eine spannende wie charmante Moderation des Abends übernahm. Wobei: bei den beiden Rhetorikprofis Söder und Albsteiger hätte auch ein Fingerzeig gereicht und beide wären auf der Koppel des Wahlkampfes sofort losgaloppiert. Wobei der Ministerpräsident ab und an die Moderation höchstselbst an sich riss, so viel hatte er zu erzählen. Und dabei gab er spannende Einblicke in die Kunst des Regierens und unterhaltsam private Anekdoten preis.

Ein paar Stichpunkte:

Olympia und vor allem die Paralympics nötigen ihm großen Respekt ab – ja, München würde gerne die Olympischen Spiele ausrichten. Bayerische Athleten hatten in Italien auch die meisten Medaillen für Deutschland geholt.

Geld vom Land für die Kommunen: 5 Mrd. vom Sondervermögen hat der Freistaat an die Städte und Kommunen weitergegen. „Wir verstehen uns immer als Partner der Kommunen.“

Leistung: „Ich steh morgens vor 5 Uhr auf – Ihre OB übrigens auch“, so Söder. „Wenn wir eine Stunde in der Woche mehr arbeiten – 12 Minuten am Tag, dann erwirtschaften wir 3 % mehr Wirtschaftswachstum im Jahr“.

Und: „Diejenigen, die das Rad am Laufen halten, müssen wir unterstützten, nicht diejenigen, die zu faul sind, überhaupt etwas zu leisten.“

Erbschaftssteuer: „Das Geld muss in den Betrieben bleiben – sie müssen gestärkt werden.“

Zukunft der Wirtschaft: „Wir setzen auf drei Zweige:

  1. Hochtechnologie z.B. bioneurologische Chips (helfen z.B. Schlaganfall-Patienten, sich wieder ausdrücken zu können)
  2. Weltraum-Forschung – viele Unternehmen sitzen in Bayern
  3. Und auch die Verteidigungsindustrie: „Auch hier sitzen Dreifünftel der deutschen Betriebe in Bayern. Wir müssen – leider – für unsere Freiheit kämpfen.“

Sein Fazit: Bayern sei auf einem top Weg, aber andere Länder der Welt seien in den vergangenen Jahren besser und schneller geworden. Hier gelte es Schritt zu halten

Und das zeige sich auch in den Kommunen. Katrin Albsteiger habe die Geschicke in Neu-Ulm bestens im Griff, so Söder. „Es läuft“, wie es ihr Wahlslogan ausdrückt. Katrin Albsteiger führte aus: die regionale Wirtschaft gestärkt, als neues Gewerbegebiet werde Schwaighofen 2 kommen, am Illerpark werde der neue IT-Campus 2 entstehen, die Bedeutung der Wirtschaftsförderung steige weiter, denn „die Wirtschaft ist Grundlage für alles“.

Die Verwaltung werde digitaler, Kita-Plätze werden ständig geschaffen (auch heute wieder mit dem Spatenstich der neuen Kita an der Turmstraße) und zahlreiche Kita- und Schulbauten (z.B. Neubau Grundschule in Burlafingen) und Straßenbaumaßen konnte sie aufzählen (z.B. Neugestaltung Reuttier Straße), die Luitpoldstraße in Neu-Ulm werde ab Mai 2026 umgebaut. Im Stadtzentrum werde demnächst das Heiners eröffnet. Es läuft also, und sie habe großen Idealismus und große Einsatzbereitschaft für eine zweite Amtszeit als OBin.

Markus Söder nickte anerkennend der Oberbürgermeisterin und gleichermaßen seiner Stellvertreterin im CSU-Vorsitz zu. Sein Rat an die Besucher im Orange Campus auf Wiederwahl wurde mit großem Applaus bedacht.

Zusatz: Wo waren sich Partei-Vorsitzende und seine Vize nicht einig? Mit einigem Augenzwinkern: „Wenn ich ihre Posts auf Insta sehe, dann joggt sie nur – rauf und runter und von links und rechts.“ Er selbst halte es lieber mit dem Wasser und gehe schwimmen – mit den Personenschützern rechts und links auch nicht immer einfach. Die begeisterte Läufern Katrin Albsteiger nahm es mit Gleichmut, auch seine leise Kritik an eine ihrer Essensvorzüge: Pizza aus Quarkteig mit Frischkäse als Auflage (high protein).

Da verdreht der Ministerpräsident die Augen: „Mein Lieblingsessen sind bis mittags Weißwürst` und als Franke am Nachmittag natürlich gerne die kleinen Bratwürst: drei im Weggla.“ Ja, Wahlkampf kann manchmal auch kulinarisch sein – und humorvoll.

Wobei „SöderIsst“ als sein Instaauftritt manchmal etwas belächelt wird, aber 800.000 Follower aufweisen kann. Der promovierte Jurist und ausgebildete Redakteur (Volontariat beim Bayerischen Rundfunk) ist eben auch ein Medienprofi. Selbst Katrin Albsteiger kann da noch ein paar Auflagen draufschichten, wie sie sagt (Insta-Auftritt mit rund 10.000 Followern). Politik müsse auch die Jungen erreichen, das gelinge am besten digital und mit Social Media. Und sie hat 500 Besuchern im vollen Orange Campus einen politisch informativen wie unterhaltsamen Abend geboten.

Info:

Die Kommunalwahl in Bayern ist am 8. März 2026 – Briefwahl ist schon möglich. In Neu-Ulm treten insg. 7 OB-KandidatenInnen an. Auch Stadträte – und Kreisräte werden gewählt (siehe gemeinsames Foto). Stimmen können gebündelt oder verteilt werden. Z.B. hat in Neu-Ulm jeder WählerIn 44 Stimmen – genauso viel wie Sitze im Stadtrat – jeder WählerIn kann pro KandidatIn drei Stimmen vergeben – auch auf verschiedene Parteien.

Im Neu-Ulm Kreistag sind analog dazu 70 Mandate zu vergeben.

Vorsicht: wenn zu viel Stimmen vergeben werden, ist der Wahlzettel ungültig. Es kann mit einem einzigen Kreuz auch eine Parteiliste gewählt werden. Dann bekommen die obersten KandidatenInnen je drei Stimmen bis die Anzahl ausgeschöpft ist (hieße in Neu-Ulm; die ersten 14 Kandidaten auf der Liste bekommen je drei Stimmen, der 15. noch zwei Stimmen – macht am Ende 44 Stimmen).

Die Landtagswahl im angrenzenden Baden-Württemberg ist ebenfalls am 8. März 2026. Zwei Stimmen hat jeder: für einen DirektkandidatenIn und für eine Partei.

Text und Fotos: Thomas Kießling